Meditationsimpuls Ostern 2018

 

Ostern - der Beginn des Glaubens

Meditationsimpuls zu Markus 16, 1 - 8

" Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome
wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

Da verließen  sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich."

 

Seit fast 2000 Jahren gibt es die Kirche, gibt es also Menschen, die den Zeugnissen der ersten Christen von der Auferstehung Jesu Christi glauben. Eines davon ist das der Frauen am leeren Grab. Der Schrecken des grausamen Todes Jesu steckt ihnen noch in den Knochen, da werden sie erneut von blankem Entsetzen gepackt, nicht nur, weil ihr geheimer Plan, Jesus die letzte Ehre zu erweisen, sich völlig unerwartet als undurchführbar herausstellt. Sondern weil ihnen Ungeheuerliches und zunächst Unmögliches zugemutet wird: nämlich zu glauben, dass der tote Jesus ins Leben zurückgekehrt ist, und dass er seinen verstörten und verängstigten Jüngern sichtbar und erfahrbar nach Galiläa vorausgehen wird. Galiläa aber bedeutet: in ihren Alltag, das, was sie kennen und wo ihr alltägliches Leben stattfindet.

Die Frauen fliehen. Wie überaus menschlich ist diese Reaktion!

Man könnte an diesem Evangelium einmal meditieren, wie die Frauen die Nachricht vom Ostergeschehen aufnehmen. Der Reflex zu flüchten gehört ja zu den Urinstinkten jedes Menschen; er ist eine Kraftquelle,         die immer dann mobilisiert wird, wenn sich ein Mensch existentiell bedroht sieht; er ist ein Reflex, der das Überleben sichern soll!

Wie mächtig dieser Instinkt das Handeln der Frauen bestimmt, schildert dieser Bericht, denn das "Erschreckt nicht!" des jungen Mannes erreicht die Frauen am Grab nicht.

Es geht in diesem Osterbericht um eine massive existentielle Erschütterung, die die Frauen durchmachen und vor der sie sich durch Flucht schützen müssen.

So endet das ganze Markus-Evangelium. Kein Jubel, keine Freude, kein Überschwang.

Es scheint fast, als wolle Markus damit sagen: Wenn ihr die Wahrheit der Auferstehung Jesu erfassen wollt, wenn ihr dem auferstandenen Jesus glauben wollt und damit den Zeugnissen der ersten Christen, dann übergeht nicht die Erfahrung der Frauen am leeren Grab:

spürt ihre tiefe Erschütterung, ihr Entsetzen, ihre Angst und Sprachlosigkeit;

lasst euch ergreifen von der existentiellen Wahrhaftigkeit ihrer Erfahrung - und macht sie euch zu eigen:

flieht vor den leeren Gräbern eures Lebens, an denen es nichts (mehr) zu tun gibt,

und sucht den lebendigen Gott.

Folgt Jesus dorthin, wo er zu finden ist: in euren Alltag.

Und wo das Evangelium aufhört, fangt ihr an! Denn ihr seid jetzt dran!

Fangt an, von euren eigenen Erfahrungen mit Christus zu erzählen.