Meditationsimpuls August / September 2019

In Gott verwurzelt sein

Meditationsimpuls zu Psalm 92, 13 - 16 und Jeremia 17, 7 - 8:

"Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte." (Jeremia 17, 7 - 8)

 

 Eingepflanzt sein in Gottes Gegenwart.

In ihm wurzeln. Auf seinem Boden stehen:

Bilder für die tiefe Verbindung mit Gott und wie sie wirkt:

Sie lässt aufblühen, wachsen und reifen.

Sie macht lebendig, führt einem Kräfte zu.

 

Aus dem Glauben an Gott leben bedeutet, meine Lebensadern - das, was mich antreibt, wonach ich mich strecke und sehne - auf Gott auszurichten. Christen erkennen in Jesus Christus den Menschen, der wie kein anderer in Gott verwurzelt ist - so tief, dass er Gottes Gegenwart, seine Liebe und Zuneigung in der eigenen Person verkörpert.

In der Meditation - und eigentlich überall, wo ich für einige Momente stehe: beim Warten auf den Bus zum Beispiel - kann ich ganz bewusst den Boden unter meinen Füßen spüren. Und meine Lebensadern nach Gott ausstrecken, seine Gegenwart wahrnehmen.

Wer meditiert, gibt Gott Gelegenheit zu lieben.

Vom heiligen Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney, wird erzählt, er habe auf die Frage, was er denn tue, wenn er in der Kirche so dasitze, geantwortet: "Ich sehe Gott an und er sieht mich an."

Wer in Gottes Liebe verwurzelt ist, der braucht sich nicht um die Früchte des eigenen Lebens zu sorgen.            Er wird erfahren können, was Christian Morgenstern ("Stilles Reifen") so ausdrückt:

 

"Alles fügt sich und erfüllt sich

musst es nur erwarten können.

Und dem Werden deines Glückes

Jahr und Felder reichlich gönnen.

 

Bis du eines Tages jenen

reifen Duft der Körner spürest

und dich aufmachst und die Ernte

in die tiefen Speicher führest."

 

Dieter Müller